Viktor

„Ich hasse die Schule. Nie weiß ich, was heute wieder passieren wird: Welche dummen Sprüche fallen den Anderen heute ein? Verdrehen wieder alle die Augen, wenn die Lehrer mich in eine Gruppe stecken, weil mich keiner freiwillig dabeihaben will? Werde ich geschubst, getreten oder bespuckt? Verschwinden wieder Sachen von mir oder werden kaputtgemacht? Eigentlich egal – denen fällt sowieso jeden Tag was Neues ein und ich kann eh nichts dagegen machen. Ich hab‘ ja versucht, mich zu wehren, aber die hören einfach nicht auf. Keiner will mehr etwas mit mir zu tun haben, immer bin ich allein. Meinen Eltern kann ich auch nichts davon erzählen. Die würden das alles nicht verstehen und es nur noch schlimmer machen. Die meckern eh nur rum, dass meine Noten immer schlechter werden und ich nur in meinem Zimmer vorm Computer hocke. Ständig schlagen sie vor, dass ich doch mal jemanden einladen soll. Aber wer würde mich schon besuchen wollen? Ich weiß gar nicht mehr genau, wie das überhaupt alles angefangen hat und warum sie es ausgerechnet auf mich abgesehen haben. Vielleicht haben die Anderen recht und es liegt echt an mir, dass mich keiner leiden kann… Ich hasse mein Leben! Ich weiß nicht, wie lange ich das alles noch aushalte… Hört das eigentlich nie auf?“

Was kann ich tun, wenn ich gemobbt werde?

Behalte es nicht länger für Dich, sondern hole Dir Hilfe!

Es ist ein Kennzeichen von Mobbing, dass sich der/die Betroffene nicht selbst wehren kann. Das hat also nichts mit Dir zu tun.

Vertraue Dich einem Erwachsenen an Deiner Schule an! Das kann Dein*e Klassenlehrer*in, ein*e andere*r Fachlehrer*in, ein*e Beratungslehrer*in, ein*e Schulsozialarbeiter*in oder Schulpsycholog*in sein. Am besten eine Person, die Dich gut kennt und zu der Du ein gutes Verhältnis hast. Du kannst gleich persönlich das Gespräch suchen oder erst mal eine Nachricht schreiben.

Vertraue Dich einem Erwachsenen zu Hause an! Deine Mutter oder Dein Vater wären sicher froh, über Deine Probleme Bescheid zu wissen. Sie können Dich dann dabei unterstützen, an der Schule gemeinsam eine Lösung zu finden.

Dokumentiere das Mobbing!

Damit Du und auch die Erwachsenen, die Dir helfen wollen, einen guten Überblick über die Situation haben, kann es hilfreich sein, wenn Du die Vorfälle dokumentierst. Du kann z. B. aufschreiben, wer was wann gesagt oder getan hat oder Screenshots von Beleidigungen in Chats oder anderem Cybermobbing machen.

Das ist ein guter Ausgangspunkt, damit Deine Schule schnell und gezielt vorgehen kann.

Mit wem kann ich reden, wenn ich Hilfe brauche?

Nummer gegen Kummer/Kinder- und Jugendtelefon: Kostenlose und anonyme Telefonberatung (Tel: 116111) von Montag bis Samstag zwischen 14 und 20 Uhr; Online-Beratung rund um die Uhr.

bke-Jugendberatung: Kostenlose und anonyme Online-Beratung für Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren per Mail, über ein Forum oder in Gruppenchats zum Austausch mit anderen Jugendlichen.

JUUUPORT: Kostenlose und anonyme Online-Beratung zu Cybermobbing (und anderen Fragen und Problemen rund um das Internet) durch zu Scouts ausgebildete Jugendliche.

Cyber-Mobbing Erste-Hilfe App: App mit Verhaltenstipps beim Cybermobbing.

Wie kann ich Anderen helfen, die gemobbt werden?

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, um zu helfen. Am wichtigsten ist dabei: Man kann immer etwas tun, auch ohne ein Held zu sein! Schon kleine Dinge machen einen Unterschied für den Betroffenen.

Wenn Du Mobbing beobachtest:

Mache nicht mit und lache auch nicht über Mobbing! Sonst unterstützt Du es und spornst den Täter weiter an. Täter mögen es, bewundert zu werden. Doch einen Anderen fertig zu machen, ist nicht bewundernswert.

Sage einem Erwachsenen an Deiner Schule Bescheid! Erwachsene, also z. B. Lehrkräfte, Beratungslehrkräfte, Schulsozialarbeiter*innen oder Schulpsycholog*innen, können Dir dabei helfen, das Mobbing zu stoppen. Du sollst Dich nicht selbst in Gefahr bringen. Ein Held in Not hilft niemandem.

Sage dem Täter, dass er oder sie aufhören soll! Das kannst Du besonders dann machen, wenn Du den Täter gut kennst. Denn: Wichtig ist, dass Du Dich dabei nicht selbst in Gefahr bringst!

Sprich andere Zuschauer an, um gemeinsam etwas gegen Mobbing zu tun! Wenn Du Stellung beziehst, erinnerst Du die Anderen an Eure Verantwortung und Ihr könnt gemeinsam gegen das Mobbing vorgehen.

Nachdem Du Mobbing beobachtet hast:

Sage dem Betroffenen, dass Du das Mobbing nicht richtig findest und es Dir für ihn oder sie leid tut! So zeigst Du dem Betroffenen, dass er oder sie nicht allein ist.

Biete dem Betroffenen an, gemeinsam Hilfe zu suchen! Betroffenen fällt es oft schwer, sich einem Erwachsenen anzuvertrauen. Aber nur so kann sich etwas an der Situation ändern.

Biete dem Betroffenen an, etwas zusammen zu machen! Ihr könnt z. B. gemeinsam in das Klassenzimmer gehen oder in den nächsten Tagen in den Pausen etwas zusammen machen.

Erzähle Zuhause von dem Mobbing und frage einen Erwachsenen um Rat! Helfen ist nicht immer leicht. Deswegen kann es eine gute Idee sein, dass Du Dir selbst dafür Hilfe holst.

Wenn Du vermutest, dass jemand gemobbt wird:

Frag die Person, wie es ihr geht und biete ihr Deine Hilfe an! So zeigst Du, dass Du Dir Sorgen machst und die Person nicht allein ist.

Achte auf die Person! Du und Deine Freunde können z. B. in der Pause gemeinsam mit ihr Zeit verbringen.

Informiere einen Erwachsenen an Deiner Schule! Erwachsene, also z. B. Lehrkräfte, Beratungslehrkräfte, Schulsozialarbeiter*innen oder Schulpsycholog*innen, können Dir dabei helfen, das Mobbing zu stoppen. Du kannst gleich persönlich das Gespräch suchen oder erst einmal eine Nachricht schreiben.

Was kann meine Schule gegen Mobbing tun?

Es empfiehlt sich nicht, bei der Bekämpfung von schulischem Mobbing nach dem „Feuerwehr-Prinzip“ vorzugehen: Statt viele einzelne „Brandherde“ zu löschen, sollten „Feuer“ verhindert werden, bevor sie entstehen. Dafür ist es wichtig, alle Lehrkräfte und Schüler*innen verschiedener Klassenstufen einzubeziehen. Dieser Gedanke liegt dem Präventionsprogramm „Mobbing&Du – schau hin und nicht zu“ zugrunde.