Mobbing kann viel Leid verursachen und sich negativ auf das gesamte Schulklima auswirken. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universitätsklinik Heidelberg entwickelte daher basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und langjähriger Erfahrung in Zusammenarbeit mit der Baden-Württemberg Stiftung das Präventionsprogramm „Mobbing&Du – schau hin und nicht zu“. Es folgt dem Grundgedanken, dass jeder Einzelne – auch Du – bei Mobbing eine Rolle hat und damit zugleich auch jeder Einzelne etwas dagegen tun kann – indem man hinschaut und nicht zu!

Das Programm arbeitet dabei mit allen Lehrkräften und Schülern*innen der Klassenstufen 3 bis 9. Es hat zum Ziel, alle dazu zu befähigen, Mobbing zu erkennen, zu beenden und zu verhindern. Durch Einbezug der gesamten Schule soll Mobbing langfristig und nachhaltig reduziert werden.

Ein schulinternes Kernteam, d. h. eine Gruppe von Lehrkräften, dient an der jeweiligen Schule als Richtungsgeber, der die Programmumsetzung koordiniert und an die Bedürfnisse der Schule anpasst. Es wird durch ein externes Beratungsteam geschult und begleitet.

Was sind die Bausteine von Mobbing&Du?

Mobbing&Du verwendet einen „Blended Intervention“-Ansatz, welcher die Vorteile von („analogen“) Präsenzveranstaltungen und („digitalem“) E-Learning kombiniert. Es beinhaltet folgende zentrale Bausteine:

Organisation

Analoge Bausteine:

Digitale Bausteine:

Was sind die Inhalte von Mobbing&Du?

Mobbing&Du erstreckt sich dabei über 3 Phasen:

Vorbereitung (2 Monate):

Das Kernteam und die Schulleitung machen sich mit dem Programm vertraut.

Implementierung (1 Jahr):

1. Halbjahr:

Das Kernteam passt das Programm an schulspezifische Bedürfnisse an.

Alle Lehrkräfte erarbeiten die Basisinhalte über E-Learning.

2. Halbjahr:

Das Kernteam passt das Programm an schulspezifische Bedürfnisse an.

Klassenlehrkräfte und Schüler*innen erarbeiten die Basisinhalte über E-Learning und vorkonzipierte Klassenstunden.

Weiterführung (ab 2. Jahr):

Das Kernteam passt das Programm an schulspezifische Bedürfnisse an.

Klassenlehrkräfte und Schüler*innen erarbeiten auf die Klassenstufen abgestimmte, vertiefende Inhalte über E-Learning und vorkonzipierte Klassenstunden.

Stufe 6:

Stufe 7:

Stufe 8:

Stufe 9:

Was sind die Vorteile von Mobbing&Du?

Durch seine klaren und auf hohe Machbarkeit ausgelegten Strukturen lässt sich Mobbing&Du gut in den Schulalltag einbinden. Durch die auf einen längeren Zeitraum ausgelegte Gestaltung sollen nachhaltige Veränderungen in der Schulkultur erreicht und Mobbing langfristig verhindert werden.

Ein umfangreiches Präventionsprogramm bedeutet natürlich immer auch einen zeitlichen Aufwand, und die Zeit an Schulen ist ohnehin knapp. Aber: Durch den Rückgang der Mobbinghäufigkeiten wird die investierte Zeit (und mehr!) langfristig eingespart. Denn Fälle, deren Auflösung erfahrungsgemäß sehr viel Zeit und Mühe kostet, werden frühzeitig erkannt bzw. verhindert.

Was kostet Mobbing&Du?

Mobbing&Du ist möglichst kosteneffizient gestaltet:

Durch die finanzielle Förderung der Baden-Württemberg Stiftung kann das Programm zunächst aber vollständig kostenfrei angeboten werden.

Wird Mobbing&Du wissenschaftlich evaluiert?

Um die Wirksamkeit von Mobbing&Du zu untersuchen, wird das Programm durch die Forschungsgruppe der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Heidelberg wissenschaftlich begleitet. Die Studie wurde durch das Kultusministerium Baden-Württemberg und die Ethikkommission der Universitätsklinik Heidelberg genehmigt.

An wen kann ich mich bei Interesse an Mobbing&Du wenden?

Wenn auch Sie Mobbing&Du an Ihre Schule holen möchten, beraten wir Sie gerne telefonisch oder per E-Mail. Denn: Mobbing ist ein Notfall, der Handeln erfordert!